Möglichkeiten und Grenzen

Die Aussage „Homöopathische Arzneimittel sind harmlos und nebenwirkungsfrei“ ist falsch, denn auch sie sind imstande Schaden anzurichten. 1992 gab es sogar einen Todesfall in Wien, der laut Schlussfolgerung des begutachtenden Gerichtsmediziners auf die zu häufige Einnahme einer homöopathischen Arznei zurückzuführen war.

Der sorglose Umgang mit homöopathischen Arzneimitteln ist ausgesprochen bedenklich und es ist meiner Meinung nach wichtig, sich homöopathische Arzneimittel nur von einem/einer ausgebildeten Homöopathen/Homöopathin nach ausführlicher Anamnese verschreiben zu lassen.

Meines Erachtens nach wäre eine Rezeptpflicht für homöopathische Arzneimittel unbedingt notwendig, um Schäden durch zu häufig eingenommene Arzneien zu verhindern.

Es ist wichtig, die Grenzen der Homöopathie und die eigenen Grenzen zu kennen, um zu wissen, wann ein Wechsel auf eine schulmedizinische Therapie (Operation, Antibiotika, etc.) notwendig ist und diesen Schritt auch zu setzen.

Homöopathie kann im Falle einer chronischen Erkrankung zur vollständigen Symptomfreiheit führen, jedoch gibt es auch Grenzen der Machbarkeit wie zum Beispiel Krankheiten, bei denen ein mechanisches Problem im Vordergrund steht (Knochenbrüche, Darmverschluss, Blinddarmdurchbruch, angeborene Missbildungen, etc.) Die Homöopathie kann in diesen Fällen nur begleitend symptomatisch eingesetzt werden. Auch bei bereits weit fortgeschrittener Zellzerstörung eines Organs (z.B. bei Leberzirrhose, Herzschwäche, Diabetes Mellitus, etc.) ist eine Wiederherstellung durch Homöopathie nicht möglich.